Apotheken |
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Mit der Löwen-Apotheke wurde Mitte des 17. Jh. am unteren Rand des Markplatzes die erste Apotheke Weinheims gegründet. Hier wirkte der Apotheker Jost Christoph Heinemann. Heinemann wurde 1650 Weinheimer Bürger, war 1652 bereits Ratsherr und 1655 Ratsbürgermeister. 1666 fiel er der Pest zum Opfer. Nach seinem Tod war die Apotheke fast zwei Jahre verwaist, ehe der schlesische Apotheker Büchner aus Sagan nach Weinheim kam und in das Gebäude einzog. Im folgenden wechselte die Löwen-Apotheke häufig den Besitzer, bis sie 1991 schloß. Die zweite Apotheke Weinheims wurde 1699 durch den Apotheker Quirin Thylo gegründet. Es handelte sich hier um die Engel-Apotheke, die ursprünglich in einem Haus am oberen Ende des Marktplatzes untergebracht war, 1717 jedoch durch Quirin Thylos Sohn Caspar Thylo in das Haus Hauptstraße 111 verlegt wurde. Über einen Zeitraum von 220 Jahren wurde Weinheim und die weitere Umgebung von diesen beiden Apotheken versorgt. (Im vorderen Odenwald bestanden nur in Rimbach und in Waldmichelbach Apotheken.) Generell wurden Apothekengründungen nur nach strenger Bedürfnisprüfung zugelassen. Zur Zulassung einer Apotheke wurde ein Realrecht - ein sogenanntes Privileg - erteilt. Da in Weinheim nur zwei Realrechte erteilt worden waren, entstand den beiden Apotheken keine weitere Konkurrenz, was ihnen ein gutes Auskommen sicherte. Eine dritte Apotheke wurde in Weinheim erst 1920 mit der Sonnen-Apotheke gegründet. |
Fischer,
Werner. "Die ersten Apotheken in Weinheim", in: Unser Museum,
Bd. 7, 1996. S. 34. |
Thomas Juelch - Heidelberg und die Kurpfalz |