Nationaltheater

Das Mannheimer Nationaltheater entstand in der Regierungszeit von Kurfürst Karl Theodor. Während an den Hoftheatern bis dahin die italienische und französische Sprache vorherrschte, begann man hier den Wert der deutschen Sprache für die Bühne zu entdecken. Auf Grund dieser Ausrichtung des Theaterbetriebs, wählte man den Namen Nationaltheater. Seit 1779 verfügte das Nationaltheater über ein festes Ensemble. Bis dahin hatten fahrende Schauspielertruppen gespielt. Das Theater ist fest mit dem Namen Friedrich Schillers verbunden, dessen berühmtes Drama Die Räuber hier am 13. Januar 1782 uraufgeführt wurde. Dieses Ereignis stellte einen Höhepunkt in der Geschichte der Theaters dar. Der verantwortliche Intendant war Wolfgang Heribert von Dalberg, der 25 Jahre die Geschicke des Theaters lenkte. Sein Verdienst war es, das deutsche Drama, das bisher im wesentlichen Lesedrama war, lebendig gemacht zu haben. Schiller war der erste, der nicht durch Lektüre, sondern durch die Uraufführung der Räuber in Mannheim mit einem Schlag berühmt wurde.


Das Nationaltheater im Jahre 1782, Kupferstich der Gebrüder Klauber
Bildquelle:
David, Manfred. Mannheimer Stadtkunde. Mannheim, 1982.
S. 189.


Schillerfeier am 9. Mai 1905 zum 100. Todestag des Dichters vor dem Nationaltheater
Bildquelle: Lindemann, Anna-Maria. Mannheim im Kaiserreich. Mannheim, 1986. S. 178.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theatergebäude völlig zerstört. 1956 wurde das heutige Nationaltheater errichtet. Es handelt sich hierbei um einen modernen Betonbau, der mit dem historischen Gebäude leider nichts mehr gemein hat.

Literatur

Caroli, Michael (Hg.). Das Nationaltheater Mannheim. Abriß seiner Geschichte und Führer zu den im Stadtarchiv Mannheim verwahrten Unterlagen. Mannheim, 1996.

Thomas Juelch - Heidelberg und die Kurpfalz

Zurück zu "Mannheim" --- Zurück zu "Andere Städte"

Zurück zur Startseite