Käthchen
von Heilbronn |
"Graf
Friedrich Wetter von Strahl kehrte einst bei einem alten Heilbronner
Waffenschmied ein, sein Pferd zu beschlagen und seine Rüstung herrichten
zu lassen. Beschämt und
klopfenden Herzens eilte sie auf ihre Kammer. Der Ritter, inzwischen vom
Vater bedient, schwang sich aufs Roß und wollte davonreiten. Da
stürzte sich Käthchen dreißig Fuß hoch aus dem Fenster
auf die Straße, war aber aber wie ein Wunder fast ohne Verletzung
geblieben. Kaum hatte sie sich von dem schweren Sturz erholt, so schnürte
sie ihr Bündel und folgte fortan dem Ritter; nichts vermochte sie
aus seiner Nähe zu vertreiben und von ihrer unerschütterlichen
Anhänglichkeit und Liebe abzubringen. Da wurde der Jüngling
so gerührt, daß er seinen Adelsstolz vergaß und sich
entschloß, Käthchen zur Gemahlin zu nehmen. Bald fand auf der
Strahlenburg
bei Schriesheim die glänzende Hochzeit statt. Die Freude war umso
größer, als es sich herausstellte, daß Käthchen
nicht die Tochter des Waffenschmieds, sondern eine Kaiserstochter war.
(...)" |
Thomas Juelch - Heidelberg und die Kurpfalz Zurück zur Startseite --- Zurück zu "Sagen und Legenden"
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