Gläserner Saalbau

Der Gläserne Saalbau wurde unter Kurfürst Friedrich II. 1549-55 durch Hans Engelhardt errichtet. Der Palastname geht zurück auf den im zweiten Obergeschoß gelegenen Saal, dessen nördliche Längswand mit gläsernen Spiegeln verkleidet war. Es handelt sich um das erste Gebäude des Heidelberger Schlosses, das deutliche stilistische Einflüsse der italienischen Renaissance aufweist. Diese machen sich vor allem in der Arkadenfassade bemerkbar. Der praktische Nutzen der Arkaden bestand darin, daß die Kurfürstenfamilie und sonstige geladene Gäste von hier aus im Schloßhof stattfindende Turniere in angemessenem Rahmen verfolgen konnten. Unter dem Gebäudeteil, der sich westlich an die Arkadenfassade anschließt, führt ein Durchgang aus dem Schloßhof hinaus. Im Mittelalter befand sich an dieser Stelle, von der aus seit jeher ein Weg hinunter zur Stadt führte, das Schloßtor, dessen Tradition man mit jenem Teil des Palastbaus fortsetzen wollte. Östlich schließt sich an die Arkadenfassade ein Treppenturm an, über den die einzelnen Geschosse des Gläsernen Saalbaus erreichbar sind.

Der über dem Mittelpfeiler des Erdgeschosses angebrachte heraldische Schmuck, der unten noch einmal in groß abgebildet ist, zeigt links den kurpfälzischen Löwen, rechts die Wittelsbacher Rauten und in der Mitte den Reichsapfel. Der Reichsapfel deutet an, daß die pfälzischen Kurfürsten mit der erblichen Würde des Erztruchseß ausgestattet waren und damit eine reichsweit relevante Funktion besaßen.

Literatur

Öchelhäuser, Adolf von. Das Heidelberger Schloss. Heidelberg, 1987. S. 48-53.

 



Thomas Juelch - Heidelberg und die Kurpfalz

Zurück zur Startseite --- Zurück zu "Das Heidelberger Schloß"