Geschichte Mosbachs |
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Das Kloster
Mosbach wurde 825 erstmals urkundlich erwähnt. 976 wurde die bisher
reichsunmittelbare Benediktinerabtei durch Kaiser Otto II. an das Hochstift
Worms übergeben. Wann und durch wen die Stadt Mosbach begründet
wurde, ist unbekannt. Für das Jahr 1241 wird Mosbach jedoch im Reichssteuerverzeichnis
genannt, so daß Mosbach spätestens zu diesem Zeitpunkt als
Reichsstadt existiert haben muß. An Mosbachs Zeit als Reichsstadt
erinnert bis heute der Reichsadler im Stadtwappen. 1330
wurde Mosbach durch Kaiser Ludwig den Bayern an die Pfalzgrafschaft bei
Rhein verpfändet. Wenige Jahre später wurde Mosbach von der
Pfalzgrafschaft zunächst an den Ritter Burkhard Sturmfelder und dann
an Engelhart von Hirschhorn
weiterverpfändet. 1362 wurde Mosbach durch Pfalzgraf Ruprecht I.
wieder eingelöst. Um die Mitte des 15. Jh. scheint Mosbach aufgehört
zu haben als Reichsstadt zu gelten und ganz in kurpfälzischen Besitz
übergegangen zu sein. |
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Bei der bayerischen
Invasion der Kurpfalz zu Beginn des Dreißigjährigen
Kriegs wurde das Oberamt Mosbach 1621 besetzt. Die katholischen Geistlichen,
die mit den Truppen ins Land gekommen waren, reichten für eine systematische
Rekatholisierung jedoch nicht aus. Die bayerische Regierung beließ
daher zunächst - insbesondere auf dem Land - die reformierten Pfarrer
im Amt. Die bayerische Religionspolitik wurde jedoch zunehmend restriktiver.
1624 wurden die reformierten Pfarrer der Inspektion Mosbach entlassen,
darunter auch der Eberbacher Pfarrer Johann Georg Siegel. Ein Teil der
entlassenen Pfarrer ließ sich zunächst in Mosbach nieder. 1625
wurden sie jedoch von der für die ganze Pfalz gültige Verordnung
betroffen, nach der alle protestantischen Würdenträger das Land
verlassen mußten. Ein Schreiben des bayerischen Statthalters Heinrich
von Metternich vom 16. April 1625 an den Amtsschultheiß von Mosbach
belegt jedoch, daß Man weiß jedoch, daß die bayerische
Regierung bei ihrem Versuch, den pfälzischen Protestantismus zu unterdrücken,
nur bedingt Erfolg hatte. So wird in diesem Schreiben kritisch vermerkt,
es fänden heimlich noch protestantische Taufen und Hochzeiten statt.
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Thomas Juelch - Heidelberg und die Kurpfalz |