Geschichte Mosbachs

Das Kloster Mosbach wurde 825 erstmals urkundlich erwähnt. 976 wurde die bisher reichsunmittelbare Benediktinerabtei durch Kaiser Otto II. an das Hochstift Worms übergeben. Wann und durch wen die Stadt Mosbach begründet wurde, ist unbekannt. Für das Jahr 1241 wird Mosbach jedoch im Reichssteuerverzeichnis genannt, so daß Mosbach spätestens zu diesem Zeitpunkt als Reichsstadt existiert haben muß. An Mosbachs Zeit als Reichsstadt erinnert bis heute der Reichsadler im Stadtwappen. 1330 wurde Mosbach durch Kaiser Ludwig den Bayern an die Pfalzgrafschaft bei Rhein verpfändet. Wenige Jahre später wurde Mosbach von der Pfalzgrafschaft zunächst an den Ritter Burkhard Sturmfelder und dann an Engelhart von Hirschhorn weiterverpfändet. 1362 wurde Mosbach durch Pfalzgraf Ruprecht I. wieder eingelöst. Um die Mitte des 15. Jh. scheint Mosbach aufgehört zu haben als Reichsstadt zu gelten und ganz in kurpfälzischen Besitz übergegangen zu sein.
ABSTAND
Als es 1410, nach dem Tod von Kurfürst Ruprecht III., zur Teilung der Kurpfalz kam, viel Eberbach an Otto, den jüngsten Sohn Ruprechts. Zur Hauptstadt seines kleinen Territoriums machte Pfalzgraf Otto I. Mosbach und wurde damit zum Begründer des Hauses Pfalz-Mosbach. Otto I. erwies sich als kluger und umsichtiger Fürst, der es verstand, sein Territorium langsam zu vergrößern. Auch in der kurpfälzischen Geschichte spielte Otto I. eine Rolle. So wurde er 1422 vom Kurfürsten zum Statthalter in den kurpfälzischen Anteilen der Oberpfalz ernannt, wo Otto I., nach dem Erlöschen der Linie Pfalz-Neumarkt (1448) auch deren Territorium erwerben konnte. Seit 1429 regierte Otto I. ferner für seinen Bruder Kurfürst Ludwig III. die Kurpfalz, nachdem dieser 1427 krank von einer Pilgerfahrt aus dem Heiligen Land zurückgekehrt war. Während der neun Jahre, die Ludwig III. noch lebte, übernahm Otto ferner die Erziehung von dessen Neffen, der als Ludwig IV., unter der Vormundschaft Ottos I., die Nachfolge Ludwigs III. antrat. Als Otto I. 1461 strab, trat sein Sohn, als Pfalzgraf Otto II., seine Nachfolge an. Dieser blieb jedoch unverheiratet, was zum Aussterben der Linie Pfalz-Mosbach führte. Das Territorium fiel daraufhin 1499 an die Kurpfalz zurück.
ABSTAND
Im Renaissance-Zeitalter brachte Mosbach mit Nikolaus Kistner (lat.: Nicolaus Cisnerus, 1529-1583) einen bedeutenden Humanisten hervor. Als Student in Heidelberg kam er in Kontakt mit der Reformation und begab sich nach Straßburg (einem der Zentren der Reformationsbewegung), wo er mit dem lutherischen Theologen Martin Bucer zusammentraf. Als dieser 1549 Straßburg verlassen mußte und nach England floh, kehrte Kistner nach Heidelberg zurück. Zwei Jahre später begab Kistner sich zu einem Studienaufenthalt nach Wittenberg, wo er Freundschaft mit Philipp Melanchthon schloß. In seiner Berufsausbildung zum Juristen wurde Kistner großzügig durch Kurfürst Friedrich II. und dessen Nachfolger Kurfürst Ottheinrich gefördert. So wurde es ihm ermöglicht, in Italien, dem klassischen Land der römischen Rechtswissenschaft, den Doktorgrad zu erwerben. 1562 wurde Kistner zum Rektor der Universität Heidelberg gewählt. Um die Jahreswende 1566/67 wurde Kistner ferner Beisitzer am Reichskammergericht zu Speyer, der höchsten juristischen Instanz des römisch-deutschen Kaiserreiches. Er gehörte dem Reichskammergericht für über 13 Jahre an.
ABSTAND


Otto I. von
Pfalz-Mosbach
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Otto II. von
Pfalz-Mosbach
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Merian-Stich
von Mosbach
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Das Salzhaus
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Fachwerkhäuser in der
Mosbacher Altstadt
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Nikolaus Kistner
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Bei der bayerischen Invasion der Kurpfalz zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs wurde das Oberamt Mosbach 1621 besetzt. Die katholischen Geistlichen, die mit den Truppen ins Land gekommen waren, reichten für eine systematische Rekatholisierung jedoch nicht aus. Die bayerische Regierung beließ daher zunächst - insbesondere auf dem Land - die reformierten Pfarrer im Amt. Die bayerische Religionspolitik wurde jedoch zunehmend restriktiver. 1624 wurden die reformierten Pfarrer der Inspektion Mosbach entlassen, darunter auch der Eberbacher Pfarrer Johann Georg Siegel. Ein Teil der entlassenen Pfarrer ließ sich zunächst in Mosbach nieder. 1625 wurden sie jedoch von der für die ganze Pfalz gültige Verordnung betroffen, nach der alle protestantischen Würdenträger das Land verlassen mußten. Ein Schreiben des bayerischen Statthalters Heinrich von Metternich vom 16. April 1625 an den Amtsschultheiß von Mosbach belegt jedoch, daß Man weiß jedoch, daß die bayerische Regierung bei ihrem Versuch, den pfälzischen Protestantismus zu unterdrücken, nur bedingt Erfolg hatte. So wird in diesem Schreiben kritisch vermerkt, es fänden heimlich noch protestantische Taufen und Hochzeiten statt.

Thomas Juelch - Heidelberg und die Kurpfalz

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