Frauenzimmerbau |
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Das Entstehungsdatum
des Frauenzimmerbaus ist nicht überliefert, die Steinmetzzeichen
weisen jedoch auf die Zeit von Kurfürst
Ludwig V. hin. Das Gebäude wurde "Fauenzimmerbau" genannt,
da die Damen des Hofstaats in den oberen Geschossen ihre Zimmer hatten.
Im Erdgeschoß befand sich der 1534 eingeweihte und als "Königssaal"
bekannte Festsaal des Schlosses. Die Wände des Königssaals waren
mit einer von Zeitgenossen viel gepriesenen Sammlung von Ahnenbildern
der Wittelsbacher geschmückt. Nach Erbauung der Festsäle im
Gläsernen Saalbau und im Ottheinrichsbau verlor der Königssaal
seine Bedeutung. Er wurde allmählich zur "Türnitz"
(von 'Turnier') degradiert, d.h. zu einem Raum, in dem bei ungünstiger
Witterung Ritterspiele stattfanden oder bei festlichen Gelegenheiten die
Dienerschaft gespeist wurde. Zu Beginn des 17. Jh. war er Bildhauerwerkstatt
für Sebastian Götz und seine Gesellen, die am Friedrichsbau
arbeiteten. Im
Pfälzischen
Erbfolgekrieg brannte der Frauenzimmerbau bis auf die Umfassungsmauern
des Erdgeschosses nieder. Unter Kurfürst
Karl Theodor erhielt das Gebäude das heutige Notdach. 1933 wurde
das Gebäude entsprechend den an einen modernen Festsaal gestellten
Ansprüchen umgestaltet. Die untere Abbildung zeigt den Frauenzimmerbau
vor seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg. |
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Links
sieht man den Frauenzimmerbau vor seiner Zerstörung im Pfälzischen
Erbfolgekrieg und oben in seinem heutigen Zustand. Von der einstigen Pracht
des Palastbaus ist heute nicht mehr viel erhalten. ABSTAND ABSTAND Bildquelle: Mittheilungen zur Geschichte des Heidelberger Schlosses, hg. v. Heidelberger Schlossverein, Bd. 1, 1886. Ausschnitt aus Tafel XIV. |
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Literatur Öchelhäuser,
Adolf von. Das Heidelberger Schloss. Heidelberg, 1987. S. 42-45. |
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Thomas Juelch - Heidelberg und die Kurpfalz Zurück zur Startseite --- Zurück zu "Das Heidelberger Schloß"
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