St. Laurentiuskirche |
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Auf dem oberen Bild ist die katholische St. Laurentiuskirche in ihrer heutigen Gestalt zu sehen. Dieses 1913 fertiggestellte Gebäude hatte einen mittelalterlichen Vorgängerbau, der von der Weinheimer Adelsfamilie Swende gestiftet worden war. Hedwig Swende, die im Jahre 1293 starb, war, wie ihr Grabstein am rechten vorderen Seitenaltar ausweist, die Beginnerin des Kirchenbaus. Vor Errichtung der St. Laurentiuskirche stand an dieser Stelle eine Marienkapelle. Vermutlich befand sich das Gelände bereits damals im Besitz der Familie Swende. Die St. Laurentiuskirche wurde als Klosterkirche des hiesigen Karmeliterklosters errichtet. Der Karmeliterorden ist nach dem im Heiligen Land liegenden Gebirgszug Karmel benannt. Dort ließen sich nach der Eroberung Palästinas durch die Kreuzfahrer Eremiten nieder, auf die der Orden zurückgeht. Wegen des Vordringens der Muslime waren die Brüder spätestens 1291 gezwungen, nach Europa auszuweichen, wo im folgenden, wie beispielsweise in Weinheim, diverse Karmeliterklöster entstanden. Mit der Einführung der Reformation unter Kurfürst Ottheinrich wurde den Karmelitern 1565 die Klosterkirche entzogen. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Konfession mehrmals. Unter Kurfürst Karl Ludwig wurde wieder der reformierte Glaube eingeführt. Erst 1693, mit Regierungsantritt des Hauses Pfalz-Neuburg, einer katholischen Seitenlinie der pfälzischen Wittelsbacher, wurde die Kirche den Karmelitern zurückgegeben. Bis zur Auflösung des Klosters im Jahre 1802 blieb die St. Laurentiuskirche nun Klosterkirche. 1910 wurde die Klosterkirche abgerissen. An ihrer Stelle wurde nun das rechts oben abgebildete Gotteshaus errichtet. Die alte Laurentiuskirche, einschließlich der sich anschließenden Klosteranlage, ist rechts unten zu sehen. Die Grabplatten verschiedener Weinheimer Adliger, die in der alten Kirche beigesetzt worden waren, sind im Kirchenneubau weiterhin erhalten. Es handelt sich hierbei nicht nur um Mitglieder der Familie Swende, sondern vor allem auch um Angehörige des Geschlechts der Ulner von Dieburg. Das mittlere Bild das vor der Kirche befindliche Denkmal, das an die im deutsch-französischen Konflikt (1870-71) von der Stadt Weinheim gestellten Soldaten erinnert, die an den Seiten des Monuments aufgelistet sind. Unterhalb der Soldatenfigur, die das Denkmal krönt, befindet sich eine Büste von Kaiser Wilhelm I.. Wie das untere Bild zeigt, stand das Denkmal bereits vor der alten Laurentiuskirche. Literatur Fresin,
Josef. Ein Wegweiser durch die katholische Kirche von Weinheim a. d.
B.. Weinheim, nicht datiert. |
![]() ![]() ![]() Bildquelle: Huth, Hans (Bearbeiter). Die Kunstdenkmäler des Landkreises Mannheim ohne Stadt Schwetzingen. ohne Ortsangabe, 1967. S. 374. |
Thomas Juelch - Heidelberg und die Kurpfalz |