Universitätsbibliothek |
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Hier sieht man die Heidelberger Universitätsbibliothek, bei der es sich um die größte wissenschaftliche Bibliothek Baden-Württembergs handelt. Das Gebäude wurde 1901-1905 durch Josef Durm im neugotischen Stil errichtet. (Zuvor war die Universitätsbibliothek im ehemaligen Jesuitengymnasium untergebracht.) Oberhalb der Fensterfront über dem Eingang ist, kunstvoll verziert, das badische Wappen angebracht. Am Ostflügel des Gebäudes ist ein Relief des Universitätsgründers Kurfürst Ruprecht I. zu sehen. Am Westflügel befindet sich ein Gegenstück, welches den Markgrafen Karl Friedrich von Baden-Durlach potraitiert, der die Universität Heidelberg beträchtlich ausbaute, nachdem die Kurpfalz 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluß an Baden gefallen war. Rechts und links vom Eingang befindet sich jeweils eine Skulptur. Die rechte der beiden Skulpturen stellt den an einen Felsen gefesselten Prometheus mit dem Adler zu seinen Füßen dar. Mit der Prometheusfigur soll vor Forschung gewarnt werden, die sich über ethische Grenzen hinwegsetzt. (In der griechischen Mythologie hat Prometheus den Menschen - gegen den Willen des Zeus - das Feuer gebracht. Als Strafe hierfür wurde er an einen Felsen im Kaukasus gefesselt, wo ein Adler seine ständig nachwachsende Leber fraß. Prometheus läßt sich daher als Symbol verwenden, das vor ethisch unzulässigem Wissenserwerb warnt.) Vor der Errichtung der Universitätsbibliothek befand sich hier ein Klosterbau, der um 1700 im Auftrag von Kurfürst Karl Philipp errichtet worden war. Hier hielten im folgenden die von Karl Philipp nach Heidelberg berufenen Augustinernonnen ihren Untericht ab. Das Gebäude wurde daher als "Schwarznonnenkloster" bekannt. 1901 wurde es zu Gunsten der Universitätsbibliothek abgebrochen. |
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Das Relief des oben abgebildeten Erkergibels zeigt eine Jungfrau, die einen Jüngling unterichtet. Es handelt sich hierbei um eine Anspielung auf den Bildungsauftrag der Universität. Auf dem Westgiebel findet sich die Inschrift "Inter Folia Fructus", was übersetzt bedeutet "zwischen den (Buch-)seiten die (Erkenntnis-)frucht" - ein für eine Universitätsbibliothek sehr angemessenes Motto. Rechts unten sieht man den Giebel der Ostfassade, welcher das Haupt des Weltgeistes zeigt. Über diesem ist die Weltkugel zu sehen, über der halbkreisförmig neun Sterne angeordnet sind. |
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Literatur Effinger, Maria. "Jungfrau und Prometheus. Zum Bildprogramm der Universitätsbibliothek Heidelberg", in: Vernissage, Heft 5, 2000. S. 54-63. Grammbitter-Ostermann, Ulrike. "Die Universitätsbibliothek", in: Semper Apertus, Bd. 5, hg. v. Peter Anselm Riedl. Berlin, 1985. S. 184-202. Mittler, Elmar. "Das Gebäude der Universitätsbibliothek Heidelberg (Plöck 107-109)", in: Heidelberger Jahrbücher, Bd. 25, 1981. S. 107-113. Tiesbrummel, Reinhard. Das Gebäude der Universitätsbibliothek Heidelberg in den Jahren 1901 bis 1905, Hausarbeit zur Prüfung für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken. Köln: Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen, 1978. Weisert, Hermann. "Geschichte der Universitätsbibliothek Heidelberg", in: Bibliothek und Wissenschaft, Bd. 20, 1986. S. 191-229. |
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Thomas Juelch - Heidelberg und die Kurpfalz Zurück zur Startseite --- Zurück zu "Bauwerke der Altstadt"
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